Wofür LinkedIn eigentlich da ist
LinkedIn ist ein soziales Netzwerk rund um die berufliche Identität. Statt Urlaubsfotos und Memes teilen Menschen dort, wo sie arbeiten, was sie können und woran sie gerade arbeiten. Dadurch ist LinkedIn ebenso eine Suchmaschine für Talente wie ein Newsfeed: Personalverantwortliche suchen dort nach Kandidatinnen und Kandidaten, Einkäufer prüfen Lieferanten vor einem Termin, und Veranstalter halten Ausschau nach Fachleuten, die sie einladen können.
Für Einzelpersonen ist LinkedIn ein lebendiger Lebenslauf und eine Möglichkeit, mit Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu bleiben, lange nachdem man die Stelle gewechselt hat. Für Unternehmen ist es ein Ort, um bei einem Fachpublikum Ansehen aufzubauen, Personal zu finden und Entscheider in anderen Firmen zu erreichen. Die meisten Menschen profitieren davon, ohne jeden Tag zu posten; ein vollständiges Profil und ein gut gewähltes Netzwerk leisten bereits einen Großteil der Arbeit.
Ein Profil, das gefunden wird
Beginnen Sie mit dem, was andere zuerst sehen. Verwenden Sie ein klares, aktuelles Foto, auf dem Ihr Gesicht den Großteil des Bildausschnitts ausfüllt, und ergänzen Sie ein Titelbild, das etwas über Ihre Arbeit aussagt. Ihre Überschrift muss nicht Ihre Berufsbezeichnung sein. Ein kurzer Satz, wem Sie wie helfen, etwa Backend-Entwickler mit Schwerpunkt Zahlungsverkehr oder Buchhaltung für kleine Online-Shops, bleibt besser im Gedächtnis und taucht in den Suchergebnissen auf.
Schreiben Sie den Info-Bereich in der ersten Person und gut lesbar: was Sie tun, worin Sie gut sind und weshalb man Sie ansprechen soll. Beschreiben Sie in der Berufserfahrung Ergebnisse statt Aufgaben und verknüpfen Sie jede Station mit der richtigen Unternehmensseite, damit in Ihrem Profil das Logo erscheint. Tragen Sie die Kompetenzen ein, die Sie tatsächlich einsetzen, denn Recruiter filtern danach, und bitten Sie frühere Vorgesetzte oder Kunden um Empfehlungen, die konkrete Arbeit nennen.
Ein paar kleine Einstellungen helfen ebenfalls. Geben Sie Standort und Branche korrekt an, passen Sie die Adresse Ihres öffentlichen Profils an, damit sie im Lebenslauf ordentlich aussieht, und heften Sie im Bereich für hervorgehobene Inhalte Ihre besten Arbeiten an, ob Portfolio, Vortrag oder ein Beitrag, der gut ankam.
Ein Netzwerk aufbauen, das für Sie arbeitet
Ein Netzwerk aus Menschen, die Sie kennen, ist mehr wert als eine lange Liste Fremder. Vernetzen Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen, Kommilitonen, Kunden und Menschen, die Sie auf Veranstaltungen treffen, und fügen Sie Ihrer Einladung eine kurze persönliche Nachricht hinzu, besonders bei Personen, die sich vielleicht nicht an Sie erinnern. Wenn Sie erwähnen, wo Sie sich begegnet sind oder warum Sie Kontakt suchen, wird Ihre Einladung deutlich häufiger angenommen.
Sie müssen sich nicht mit jedem vernetzen, dessen Arbeit Sie interessiert. Durch Folgen sehen Sie die Beiträge einer Person auch ohne gegenseitige Verbindung, und viele bekannte Persönlichkeiten haben ohnehin lieber Follower. Ihre Kontakte zweiten Grades, also die Kontakte Ihrer Kontakte, sind die Quelle für Vorstellungen. Wenn Sie jemand Neuen erreichen möchten, prüfen Sie daher zuerst, wen Sie gemeinsam kennen.
Zum Netzwerken gehört auch Austausch. Ein durchdachter Kommentar unter dem Beitrag einer anderen Person, ein Glückwunsch zur neuen Stelle oder das Teilen der Ankündigung eines Kollegen hält Sie bei Ihrem Netzwerk sichtbar, so wie es ein stilles Profil nie könnte.
Beiträge, die gern gelesen werden
Sie müssen kein Influencer sein, um auf LinkedIn zu posten. Beiträge, die gut ankommen, teilen meist etwas Nützliches aus der eigenen Erfahrung: eine Erkenntnis aus einem Projekt, einen Fehler, aus dem man gelernt hat, einen praktischen Tipp oder die eigene Sicht auf Neuigkeiten aus der Branche. Konkrete Geschichten schlagen vage Motivationssprüche, und ein starker erster Satz ist wichtig, weil der Feed nur den Anfang eines Beitrags zeigt, bevor Leser entscheiden, ob sie ihn aufklappen.
LinkedIn unterstützt mehrere Formate: Textbeiträge, Bilder, kurze Videos, Dokumente als wischbare Folien, längere Artikel und Newsletter, die Follower abonnieren können. Wählen Sie das Format, das zur Idee passt, statt einem Format um seiner selbst willen nachzujagen. Hashtags spielen auf LinkedIn eine kleinere Rolle als in manchen anderen Netzwerken, daher genügen höchstens ein paar passende, und Beiträge, die um Likes oder Kommentare betteln, schrecken Leser eher ab.
Kontinuität zählt mehr als Menge. Ein paar Beiträge im Monat und Antworten auf Kommentare unter den eigenen Beiträgen schaffen mehr Vertrauen als ein Aktivitätsschub mit anschließendem Schweigen. Wenn Ihnen das Schreiben von Beiträgen zu aufwendig erscheint, beginnen Sie mit durchdachten Kommentaren unter den Beiträgen anderer; sie werden öfter gelesen, als man denkt.
LinkedIn für die Jobsuche nutzen
Im Bereich „Jobs“ suchen Sie Stellen nach Titel, Unternehmen, Ort und danach, ob eine Stelle remote, hybrid oder vor Ort ist. Sie können Suchen speichern und Benachrichtigungen aktivieren, damit neue Anzeigen zu Ihnen kommen. Manche Stellen nehmen eine schnelle Bewerbung mit Ihrem LinkedIn-Profil an, andere leiten Sie auf die Website des Unternehmens weiter. In beiden Fällen hilft ein vollständiges Profil, denn Recruiting-Teams sehen es sich oft an, bevor sie irgendetwas anderes lesen.
Mit der Einstellung „Offen für Jobangebote“ (Open to Work) signalisieren Sie Recruitern, dass Sie suchen. Sie können sie nur für Recruiter sichtbar machen oder öffentlich auf Ihrem Foto anzeigen, je nachdem, ob Ihr aktueller Arbeitgeber von Ihrer Suche wissen darf. LinkedIn versucht, das Signal nur für Recruiter vor Recruitern im eigenen Unternehmen zu verbergen, kann aber nicht jeden Fall ausschließen; wählen Sie also mit diesem Wissen. Bedenken Sie außerdem, dass auch Recruiter Suchwerkzeuge benutzen, sodass die Schlüsselwörter in Ihrer Überschrift, im Info-Bereich und bei den Kompetenzen darüber entscheiden, ob Sie auftauchen.
Verlassen Sie sich nicht allein auf Bewerbungen. Suchen Sie Menschen heraus, die bei Unternehmen arbeiten, die Ihnen gefallen, lesen Sie, was sie posten, und bitten Sie, wenn es passt, über einen gemeinsamen Kontakt um eine Vorstellung. Ein Referral, also eine persönliche Empfehlung aus dem Bekanntenkreis, kann Türen öffnen, die Bewerbungen allein nicht öffnen. LinkedIn bietet außerdem kostenpflichtige Premium-Tarife für Jobsuchende, Vertriebsteams, Recruiter und Unternehmen an; was sie jeweils enthalten, ändert sich mit der Zeit, vergleichen Sie also die aktuellen Tarife, bevor Sie zahlen.
Unternehmensseiten und Werbung für ein Business
Eine Unternehmensseite gibt einem Betrieb eine eigene Präsenz, getrennt von seinen Mitarbeitenden. Sie legen sie über ein persönliches Profil an, ergänzen Logo, Beschreibung, Website und Branche und vergeben dann an Kolleginnen und Kollegen Administratorrollen, die zu ihren Aufgaben passen. Wenn Mitarbeitende das Unternehmen in ihrer Berufserfahrung angeben, erscheinen sie auf der Seite, was Besuchern unauffällig zeigt, dass dort echte Menschen arbeiten.
Seiten können Beiträge veröffentlichen, Stellenangebote teilen, Veranstaltungen ausrichten und Newsletter betreiben. Die stärksten Seiten mischen Neuigkeiten aus dem Unternehmen mit wirklich nützlichen Inhalten, etwa Anleitungen, mit Erlaubnis geteilten Kundengeschichten und einem Blick hinter die Kulissen. Ermutigen Sie Mitarbeitende, Beiträge zu teilen, die sie interessant finden, aber setzen Sie sie nie unter Druck; persönliche Netzwerke vertrauen ehrlichen Empfehlungen, keinen offensichtlichen Kampagnen.
Reicht die organische Reichweite nicht aus, können Sie mit den Werbewerkzeugen von LinkedIn Menschen nach Merkmalen wie Berufsbezeichnung, Branche, Unternehmensgröße und Hierarchieebene ansprechen. Diese Genauigkeit ist ein häufiger Grund, warum Unternehmen, die an andere Unternehmen verkaufen, dort werben. Beginnen Sie mit einem kleinen Test, messen Sie die Leads oder Anmeldungen, die Sie tatsächlich erhalten, und skalieren Sie nur, was funktioniert.
Sicher bleiben und die Regeln beachten
Prüfen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen, um festzulegen, wer Ihre Kontakte, Ihre E-Mail-Adresse und Profilaktualisierungen sehen darf, und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Ihr Konto. Seien Sie vorsichtig bei Stellenangeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein, bei Recruitern, die früh eine Zahlung oder persönliche Dokumente verlangen, und bei allen, die Sie drängen, das Gespräch gleich in eine andere App zu verlegen. LinkedIn bietet in vielen Regionen Verifizierungsabzeichen für Identität und Arbeitgeber an, die Ihnen helfen zu beurteilen, ob ein Profil echt ist.
Die Nutzervereinbarung von LinkedIn sieht ein Konto pro Person unter dem echten Namen vor und verbietet Bots und automatisierte Werkzeuge, die massenhaft Einladungen oder Nachrichten verschicken oder Profile auslesen. Ihr Einsatz kann dazu führen, dass ein Konto eingeschränkt wird. Halten Sie sich daher an die Nutzungsbedingungen von LinkedIn und bauen Sie Ihre Präsenz von Hand auf. Das dauert länger, doch am Ende steht ein Netzwerk, das tatsächlich antwortet, wenn Sie es brauchen.